Einmal lernte ich einen Mann kennen, der mir Zuhause war.
Ich verfiel ihm, ohne einmal Luft zu holen oder zu blinzeln.
Wie die Hafenstadt mit dem Bauch zur Weite der Wasser steht, lehnte ich mich jeden Morgen und jeden Abend gegen den seinen, als wäre der ebenfalls aus unendlicher Weite und ewigem Rollen gemacht, und leckte ihm die vom Denken salzigen Schläfen. 
Für einen Moment vergass ich dabei meine Einsamkeit. 
In seiner Abwesenheit wurde ich von derart wütender Sehnsucht gepackt, dass ich einen grossen Findling vor meine Türe rollte und nur noch einmal pro Tag aus dem Küchenfenster kletterte, um im Fluss schwimmen zu gehen.
Auf dem Nachhauseweg kaufte ich eine Schachtel Himbeeren, setzte mich auf den Balkon und zerquetschte sie zwischen den Fingern. 
Text: Julia Foster. Auszug aus «In Tat & Wahrheit». 2025.
Foto: Julia Foster. 2025.
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